Nachdem wir nun die ersten Tage mit dem erkunden der Parks verbracht hatten, stand nun etwas Shoppen und Relaxen auf dem Programm. Für Shopping gibt es in unserer Nähe 2 große Malls, die recht gut zu erreichen sind – wenn man den richtigen weg kennt und findet. Richtig Spaß macht es hier Kleidung zu kaufen – die Auswahl und die Preise lassen das Herz tanzen
Nach getaner “Arbeit” haben wir uns den Disney Wasserparks gewidmet. Als erstes ging es ins “Blizzard Beach”, den etwas spektakuläreren der beiden Badeparks. Neben Riesenrutschen – die größten erreicht man mit einem Sessellift – gibt es ein kleines Wellenbad, zahlreiche “normale” Rutschen und einen Kanal, in dem man Sicht auf einem großen Reifen liegend quer durch den Park treiben lassen kann und die schöne Vegetation genießen kann. An den Einstiegen in den Kanal wird darauf hingewiesen, das man nicht einsteigen soll, wenn man an Durchfallerkrankt ist. Ich mag nicht daran denken, was den Ausschlag gegeben hat, diese Schilder aufzustellen….
Nach dem Badepark ging es denn nochmal in das Magic Kingdom, wo wir wahrhaft amerikanische Momente erlebten. Punkt 17 Uhr wurde auf der Main Street die US-Flagge eingerollt, inklusive Gedichtaufsagen und Nationalhymne singen, dazu natürlich das Pfötchen aufs Herz. Lustiges Völkchen… Abends gab es denn ein weiteres Kulinarisches Highlight….im “Liberty Tree” gab es ein typisch amerikanisches Thanksgiving Menue. Hierbei gibt es verschiedene Sorten Braten, diverse Beilagen, alles in handlichen Schüsseln serviert – und nachgefüllt bis man satt war. Wie üblich hat es auch Klasse geschmeckt – ich hätte nie gedacht, das dieser Park hier die großartige Küche des Pariser Disneylands übertrifft – ist aber so.
Neuer Tag, neuer Wasserpark…es ging in die Typhoon Lagoon – den etwas geruhsameren Wasserpark. Am Tag des Wine & Dine Halbmarathon war schließlich Entspannung gefragt. Dieser Park stellte wirklich alles, was ich jemals in dieser Richtung gesehen habe, in den Schatten. Eine traumhaft schöne Anlage, dazu ein Riesenwellenbad ( in dem man sogar surfen kann) , kleine und große Rutschen – teilweise mit Bergaufbeschleunigung – , ein Becken in dem man zusammen mit Haien und Rochen tauchen kann, dazu noch viel Sandstrand…Urlaub kann sooo schön sein
Nach einem Kohlehydratreichem spätem Mittagessen und einem Stündchen Erholungsschlaf hieß es denn fertig machen zum nächtlichen Halbmarathon. Nach etwas aufregender Anreise fand ich kurz vor 22 Uhr in meinem Starterfeld ein. Dank meiner Zeit vom Hannoverschen Halbmarathon war ich für das erste Starterfeld qualifiziert – dieses umfasste die ersten 2000 von ca 8500 Teilnehmern. Bevor es losging stand noch eine Pflichtübung auf dem Programm – gemeinsames absingen der amerikanischen Hymne. Diszipliniert verschwanden alle Mickeymausöhrchen oder ähnliche Kopfbedeckungen von den zugehörigen Köpfen, Hand auf die Brust und schon schmetterte die Vorsängerin los – im gegensatz zu Sarah Connor war sie aber offensichtlich textsicher. Nachdem nun alle Formalitäten erledigt waren, konnte es losgehen. Noch ein kurzer Blick aufs Thermometer – hey, es waren nur noch 29 Grad, was soll da noch schief gehen…
Statt eines schnöden Startschusses wurde am Start ein kleines Feuerwerk in den nächtlichen Himmel geschossen – und schon setzte sich das erste Starterfeld in Bewegung. Auf einer 4 spurigen Straße ging es – nachdem am Start richtig viel Trubel war – ersteinmal einige Kilometer still durch die Landschaft. Ein lustiges Geräusch, wenn 400 Laufschuhe gleichmäßig über den Asphalt tapsen. Aber Disney wäre nicht Disney, wenn nicht auch an der stillsten Stelle der Strecke für Unterhaltung gesorgt wäre. Mal eine Liveband am Strassenrand, denn wieder einige Disneyfiguren applaudierend am Strassenrand, die auch gerne für ein Erinnerungsfoto bereit standen. Auf die Jagd nach Bestzeiten kann man so vielleicht nicht gehen – dafür ist der Spaß riesengroß.
Nach den ersten 6 Kilometern ging es in den ersten Disney Park auf der Strecke, das Animal Kingdom. Herrlich beleuchtet führte die Strecke an den schönsten Punkten des Parks vorbei. Gesäumt wurde die Strecke von vielen Parkmitarbeitern, die jeden einzelnen Läufer begeistert anfeuerten. Überhaupt…jeder, aber auch wirklich jeder der Parkangestellten oder Streckenposten, Polizisten, freiwilligen Helfer etc. hatte es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, jeden Läufer nach Kräften zu motivieren und bis ins Ziel zu brüllen. Klasse, so macht jeder einzelne Kilometer einfach nur Spaß.
Wieder raus aus dem Animal Kingdom ging es zurück auf die Straße in Richtung Hollywood Studios. An den reichlich vorhandenen Getränkestationen gab es nicht einen Becher Wasser ohne ein aufmunterndes “You make a great Job” , “Fantastic Time” – Klasse. Die ersten 11 Kilometer waren geschafft, so das ich mir eine kurzes Stück mit gemässigter Geschwindigkeit gönnen konnte. EIn Blick auf die Uhr zeigt ein sattes Grün an – alles im Plan. Ich hatte mir vorgenommen, unter 2:30 ins Ziel zu kommen, das sollte klappen. Ehrlich gesagt war ich aufgrund der Rahmenbedingungen etwas überrascht darüber, schließlich war es recht warm und anstatt mich einige Tage vorher auszuruhen, bin ich jeden Tag durch die Parks gelaufen – hat das Training der letzten Monate wohl doch etwas gebracht
Bei Kilometer 14 ging es den in die Hollywood Studios. Auch dieser – ohnehin schon wunderschöne – Park war toll für uns beleuchtet. Die hiesigen Parkmitarbeiter wollten ihre Kollegen aus dem Animal Kingdom wohl unbedingt topen – was ihnen auch gelungen ist. Auch hier Aufmunterung pur….sehr cool die ältere Dame in Disney Uniform, die auf einem Rollator sitzend mit einer Kuhglocke läutete und jedem Läufer ein “Fantastic Race” zurief. Im Areal der Stuntshow wurde jeder Läufer, der reinkam, auf einer riesigen Videowand präsentiert, dazu wurde der Name genannt – mit meinem “Welcome Frank from Germany” war ich da wirklich was besonderes
. Bei Kilometer 16 wurden die Beine doch langsam etwas schwer – wir praktisch, das gerade hier Fotostationen mit Woody und den beiden Hauptdarstellern aus “Oben” an der Strecke waren, so konnte ich neue Kräfte sammeln und schöne Erinnerungsfotos schiessen (lassen) .
Irgendwann ging denn auch aus den Studios wieder raus, weiter in Richtung Epcot. An einer Brücke stand ein Soldat aus “Toy-Story ” und schrie ins Mikro “Ich will, das du jetzt da hoch gehst. Du hast dafür bezahlt, also mach es auch ” – lustig. Weiter ging es vorbei an einer Disney Hotelanlage, die an einem malerischen See gelegen war – rechts und links der Strecke waren jetzt reichlich Zuschauer, die Mordslärm machten – herrlich. Irgendwann war es denn soweit – die letzte Meile stand an. Die hier eingesetzten Parkmitarbeiter gaben alles – wir wurden praktisch ins Ziel geschrien. Das “You did it” aus hunderten Kehlen auf den letzten Metern machte so richtig Gänsehaut – und denn war es endlich da, das ersehnte Ziel – 21,1 KM oder 13,1 Meilen waren bewältigt. Arme in die Luft geworfen, Freude pur…ein Blick auf die Uhr : 2:18 , das ist doch mal was.
Direkt am Zielbogen ein riesiges Schild “Du hast mehr als 2000 Kalorien verbraucht, nun genieße das essen auf der Party” – kein Problem, das bekomme ich hin
Nach dem umhängen der Medallie – sorry an die recht kleine Dame auf der Ziellinie, aber in die Knie gehen ging wirklich nicht…_ging es durch die Verpflegungsgasse rein in den Park von Epcot, wo die After-race Party stattfand. Nach einer Umarmung durch meinem Mann und kurzem Frisch machen gab es ersteinmal ein eiskaltes Budweiser – ich muss niemandem erzählen, wie gut das geschmeckt hat, oder ?
Der See in Epcot war mit großen Feuerschüsseln beleuchtet, an den Länderpavillions gab es kleine Leckereien für großes Geld , dazu landestypische Getränke. Da der Park nur für Läufer & Angehörige / Freunde geöffnet war, herrschte eine beinahe familiäre Atmosphäre. Bis Nachts um 3 wurde gefeiert, dann begann ich mich mental auf den Muskelkater am nächsten Tag vorzubereiten – aber dazu an anderer Stelle mehr .-)
Insgesamt war es jedenfalls ein fantastisches Erlebnis – das leider nur den Nachteil hat, das ich es so schnell nicht wiederholen kann.
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